Eine Medaille für das IOC?
Die XXV. Olympischen Winterspiele in Norditalien sind gerade erst eröffnet und schon gibt es den ersten Gewinner. Die Medaille geht an die frisch gebackene Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry. Warum? Wofür? Weil diese Spiele laut der Präsidentin die »geschlechtergerechtesten der Geschichte« sind. Geschlechtergerecht bedeutet in diesem Fall, dass gleich viele Frauen wie Männer an den Wettkämpfen teilnehmen. In Zahlen: Von den insgesamt 2.900 Athletinnen und Athleten sind 47 Prozent Frauen; im olympischen Lager der Österreicherinnen und Österreicher sind es 45,2 Prozent. Wir fragen ASVÖ-Präsident Peter Reichl, ob das schon ein gutes Zeichen für die viel beschworene Gleichstellung von Frauen und Männern ist. »Wie in vielen anderen Bereichen kann auch hier der Sport vorangehen und Haltung zeigen«, so Reichl. Gesamtgesellschaftlich betrachtet seien wir aber von einer Gleichstellung noch meilenweit entfernt. Der Zufall will es, dass in diesen Tagen der »Equal Pay Day« ansteht. Die einschlägigen Institute rechnen vor, dass die Frauen nach wie vor – aktuell um 11,5 Prozent – weniger verdienen als die Männer. »Um nur einen Bereich in der langen Liste der Benachteiligungen heranzuziehen«, so Reichl. Der Weg in Richtung Gleichstellung scheint fast mühevoller als jener in Richtung Olympia.
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